Backen – Wie sieht's denn hier aus? / Eigensinnig unperfekt zwischen Stadt und Land. Mon, 10 Feb 2014 21:11:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.1 Makronen 2.0 – Schokoladen-Macarons /2014/02/makronen-2-0-schokoladen-macarons/ /2014/02/makronen-2-0-schokoladen-macarons/#comments Mon, 10 Feb 2014 21:11:02 +0000 /?p=6574 Lesen fortsetzen ]]> OLYMPUS DIGITAL CAMERAPlätzchenmäßig ist der Februar ja eigentlich eine Unzeit. Wer jetzt mit gebackenen Kleinigkeiten punkten will, muss schon etwas anbieten, was nicht mal den Hauch ein Ähnlichkeit mit Lebkuchen und Zimtsternen aufweist. Wie wäre es mit Schokoladen-Macarons? Wer jetzt an die guten alten Kokosmakronen denkt, liegt zwar nicht komplett falsch, aber eigentlich haben die mit den derzeit so angesagten Macarons ungefähr so viel zu tun wie das Reitschulpony mit dem Derby-Sieger. Makronen sind das, was man macht, wenn beim Kochen Eiklar übrig bleibt. Das wird zu Schnee geschlagen, Kokosflocken und Puderzucker dazu und ab in den Ofen. Macarons dagegen bestehen aus zwei Baisers mit einer Creme dazwischen, kommen oft in Knallfarben daher und zieren die Auslagen der Feinkostabteilungen edler Warenhäuser. So ganz hat sich mir der Hype um die bunten Zuckerschocks nicht erschlossen. Die Exemplare, die ich probiert habe, schmeckten süß und sonst nach nicht besonders viel. Dann habe ich ein Rezept für eine Variante mit ziemlich dunkler Schokolade gefunden und festgestellt: Ja, ist doch definitiv was für mich.

Zuerst gebacken Anfang November und im Anschluss leider die Quelle des Rezepts verschusselt, ich versuche das in etwa zu rekonstruieren, was ich gemacht habe (Merke: Beim Kochen immer mitschreiben. Und Lesezeichen anlegen.)

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Man braucht für die Baisers: 125 g Puderzucker, drei Esslöffel Kakao, 165 g gemahlene Mandeln, drei Eiweiss, gut 50 g Zucker und eine Messerspitze gemahlene Vanille.

Dazu kommen für die Füllung noch 100 g dunkle Schokolade und 100 ml Sahne.

Den Ofen auf 150 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Puderzucker und Kakao in eine Schüssel sieben, dann die Mandeln untermischen. In einer zweiten Schüssel das Eiklar mit dem Puderzucker steifschlagen. Dann die Mandelmischung erst zur Hälfte untermischen, dann den Rest mit der Vanille hinzufügen und nur so lange rühren, bis es sich gerade eben verbunden hat.

Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und 24 etwa gleich große Kreise auf das Blech setzen, bei mir waren die irgendwo zwischen zwei und drei Zentimeter im Durchmesser. (Alle Rezepte, die ich jetzt beim nachlesen gefunden habe, wollen, dass man die Kreise vorher aufzeichnet. Ich bin mir sehr sicher, dass ich das nicht gemacht habe.) Dann kommt der Clou: Damit die Kreise gleichmäßig werden, und sich eventuell Luftblasen auflösen, lässt man die Bleche aus etwa 10 cm Höhe auf den Tisch fallen. Ich hab damals früh am Sonntagmorgen gebacken. Spätestens jetzt waren alle wach.

Etwa 18 Minuten backen, die Macarons sollen sich leicht fest anfühlen. Aus dem Herd nehmen, leicht abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter setzen und auskühlen lassen.

Für die Füllung die Schokolade in eine Schüssel geben. Die Sahne bis kurz vorm Kochen erhitzen, über die Schokolade gießen und zwei Minuten stehen lassen. Dann durchrühren, bis die Masse glatt und abgekühlt ist.

Dann immer zwei Baisers mit etwas Füllung dazwischen zusammensetzen.

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Marmorkekse, die mal Schwarz-Weiß-Gebäck werden wollten /2012/11/marmorkekse-die-mal-schwarz-weis-geback-werden-wollten/ /2012/11/marmorkekse-die-mal-schwarz-weis-geback-werden-wollten/#comments Fri, 30 Nov 2012 18:47:39 +0000 /?p=5138 Lesen fortsetzen ]]> Ich erwähnte ja, dass die Sugar-Cookies in diesem Haushalt eine eher geringe Halbwertzeit haben. Nun, wir haben einen neuen Rekord erreicht. Nach zwei Tagen waren 70 Plätzchen weg. Alle. Gone.

Da aber Sonntag der erste Advent ist, mußten neue her. Für Experimente bleibt keine Zeit, also sollte es etwas Erprobtes sein. Sowas wie Schwarz-Weiß-Gebäck. Leider meinten die heute sehr, sehr seltsam aufzugehen – es kann daran liegen, dass ich aus irgendeinem, mir nicht mehr bekannten Grunde Backpulver beigefügt habe. Das sollte man nicht tun, die Plätzchen sehen erstens aus, als wären sie explodiert und zweitens hab ich deswegen nun leider kein erprobtes Rezept.

Also habe ich jetzt aus dem Teig Marmorkekse gemacht. Sie sind ok, aber das Rezept nicht wirklich postenswert – man will sich ja nicht blamieren. Und bevor nächste Woche Gäste kommen, wird noch mal gebacken.

Aber sie sehen nett aus, finde ich.

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Fußballgeburtstag ohne Fußball /2012/11/fusballgeburtstag-ohne-fusball/ /2012/11/fusballgeburtstag-ohne-fusball/#comments Mon, 12 Nov 2012 06:48:45 +0000 /?p=5083 Lesen fortsetzen ]]> Der Grund, warum es am Samstag keinen Cocktail gab, ist ein sehr einfacher: Kind Nummer Zwei hatte Geburtstag. Ich hätte als Cocktail heißen Kakao, Apfelsaftschorle und am Abend sehr viel Rotwein anbieten können. Wenn ich denn noch in der Lage gewesen wäre zu schreiben.

Denn dieser Geburtstag bestand zum großen Teil aus einem: Aus Improvisation. So fing es denn, nachdem den ganzen Tag blendendes Wetter war, kurz nach Ankunft auf dem Bolzplatz an zu regnen und wir mußten sechs sechsjährige Jungs anderweitig zuhause beschäftigen. Aber ich hätte es mir eigentlich denken können, nachdem mich schon mein Tortendekorationslieferant im Stich gelassen hatte.

Freitagabend stand ich nämlich da und mußte mir aus den Fingern saugen, wie ich einen Fußballgeburtstagstorte, Fußballmuffins und einen Fußballkindergartenkuchen mit den einfachen Mittlen des Dorfes hinbekomme. Herausgekommen ist das hier:

Das sollte eigentlich eine Halbkugel in Ballform werden, wäre die Backform angekommen. So habe ich einen Schokoladenkuchen in einer Tortenform gebacken. Während er abkühlte ist in einem Wasserbad weiße Kuvertüre vor sich hingeschmolzen. Parallel dazu schmolz Zartbitterkuvertüre in einem anderen Wasserbad. Als die dunkle Schokolade flüssig war, habe ich sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech ausgestrichen und so lange auf die Terasse gestellt, bis die so entstandene Platte hart wurde. Die Torte wurde dann mit der weißen Schokolade sehr großzügig eingestrichen. Der Autor hat zeitgleich dazu (das Timing ist hier sehr wichtig) Fünfecke aus der Schokoplatte ausgestochen, die ich dann auf die noch handwarme Torte gelegt habe. Zwar kein Fußball, aber ein Ersatz.

Desgleichen wurde mit den Muffins verfahren. Ich habe Schokosplitter-Muffins gebacken, die ich mit schon besagter weißer Kuvertüre ebenfalls sehr, sehr großzügig überzogen habe. Und weil Kinder sowieso noch nicht sooooo ein Auge für Feinschmcker-Datails haben, habe ich diesmal statt Fünfecke kleine Schokodrops zum Dekorieren genommen. Kam sehr gut an. Soweit ich das in den drei Minuten mitbekommen habe, die die Meute brauchte, das Muffin-Fußballnetz zu vernichten.

Eine Herausforderung war der Kuchen für den Kindergarten. Denn eigentlich sollte da eine fertige Tortenauflage drauf und gut. Da die bekanntermaßen auch nicht da war, mußte sehr viel Phantasie her. Der Zitronenkuchen wurde also mit einem Guß aus Puderzucker, Zitronensaft und eineinhalb Tuben grüner Lebensmittelfarbe überzogen. Dann mußte wieder der Autor ran und mit weißem Zuckerdekor ein Spielfeld nachzeichnen, auf das dann wiederum Gummibärchen aufgestellt wurde.

Merke: Warte immerimmerimmer mit dem Ausdekorieren, bis das Spielfeld gut durchgetrocknet ist. Immer.

Nach dem Fußballspielen sind wir dann übrigens sehr schnell wieder heim, haben beschlossen, dass für solche Notfälle die Japaner die Wii erfunden haben und haben die Kinder gegeneinander Rennen fahren lassen. Und so wie sie dabei auf der Couch rauf und runter gesprungen sind, hatten sie dabei auch genug Bewegung. Und eine Menge Spaß.

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Dominosteine mal anders /2011/12/dominosteine-mal-anders/ /2011/12/dominosteine-mal-anders/#comments Mon, 12 Dec 2011 18:40:09 +0000 /?p=3113 Lesen fortsetzen ]]> Natürlich mußten wollten wir mit dem Kind wie jedes Jahr auch an einem der arbeitsfreien Adventsonntage Plätzchen backen. Wir haben noch ein anderes Kind mit Mutter eingeladen und ein paar schöne Rezepte aus der e&t rausgesucht. Da finden sich immer sehr schöne Sachen die man im Unterschied zu irgendwelchen Internetforen auch bedenkenlos nachbacken kann. Und die Küchenbrause darf natürlich auch nicht fehlen.

Ich wollte für uns nämlich ein paar Dominosteine nach einem Rezept aus so einem obskuren Forum backen und es war eine Katastrophe. Der Teig ging überhaupt nicht auf. Also habe ich auf die Lebensweisheit von Generationen von Küchenchefs zurückgegriffen und es als Kreation verkauft. Ich hab auch die „kakaohaltige Glasur“ durch eine Mischung bitterer und Vollmilch-Kuvertüre ersetzt. Ob man dann Callebaut oder Valhrona nimmt, macht es nicht mehr aus.

Und es war richtig gut, solange man keinem erzählte, was es mal werden sollte.

 

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Plätzchen der Welt – Sugar Cookies /2011/12/platzchen-der-welt-sugar-cookies/ /2011/12/platzchen-der-welt-sugar-cookies/#respond Sun, 04 Dec 2011 14:44:17 +0000 /?p=3065 Lesen fortsetzen ]]> Wenn ich schon nicht die Deko-Mami vor dem Herrn bin, so koche und backe ich doch sehr gerne. Gerade in der Weihnachtszeit, ich finde einfach, das hat was Heimeliges und Gemütliches. Und ehrlich gesagt ist es auch egal, ob da draussen Schnee oder Regen ist, Kekse schmecken immer. Ich backe auch nie alle Sorten auf einmal sondern immer eine pro Tag –  so Marathonbacktage verderben einem den ganzen Spaß, finde ich.

Auf Wunsch des Autors waren es heute Sugar Cookies, die für ihn Kindheitserinnerungen wachrufen. Bevor also der Ruf nach einem Rezept für diese sehr traditionellen amerikanischen Kekse laut werden, hier ist es:

  • 340 g weiche Butter
  • 400 g weisser Zucker
  • 4 Eier
  • 1 Päckchen Vanille Zucker
  • 625 g Mehl
  • 2 Tl. Backpulver
  • 1 Tl Salz

Der Rest ist wie bei deutschen Plätzchen. Alles zu einem Teig zusammenkneten und mindestens 1-2 Stunden kaltstellen. Auf ca. !cm ausrollen, Austechen. Bei 200gr etwa 10 Minuten backen. Nach dem Auskühlen dann glasieren und dekorieren. Ich habe als Glasur Puderzucker genommen, den ich mit Zitronensaft glattgerührt  und damit die Kekse bepinselt habe. Drei anwesende Kinder haben dann die Küche mit bunten Perlen verwüstet.

Aber schmecken tun sie unglaublich gut!

 

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Ein Kerl zum Anbeißen! /2011/11/2873/ /2011/11/2873/#comments Mon, 07 Nov 2011 17:10:05 +0000 /?p=2873 Lesen fortsetzen ]]> In meiner alten Heimat, dem Westfalenland, da ist jetzt Anfang November Stutenkerl-Zeit.  Ein Stutenkerl ist ein, wie ich gelernt habe, Gebildbrot aus Hefeteig. In anderen Teilen der Republik wird er Kiepenkerl, Weckmann, Elggerma, Teigmännli oder auch Baselmann genannt.

 


 

 

 

 

Immer ist ein Männchen aus Hefeteig gemeint, der mit Rosinen gespickt ist und je nach Gegend entweder einen Bischofs-Stab oder eine Keramik-Pfeife trägt.

Nur in Berlin, da gibt es wohl das Teil eher nicht. Wir Exil-Westfalen kennen darauf nur eine Antwort: Importieren!

Und so kam es, dass meine Kinder heute morgen ihre geliebten Stutenkerle warm zum Frühstück bekamen und meine Tochter sogar einen mit in die Schule nahm. Zwecks gourmettechnischer Landeskunde.

 

 

 

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Backen ohne Zucker für den süssen Zahn /2011/06/backen-ohne-zucker-fur-den-sussen-zahn/ /2011/06/backen-ohne-zucker-fur-den-sussen-zahn/#comments Mon, 06 Jun 2011 09:53:15 +0000 /?p=1508 Lesen fortsetzen ]]> Bei uns ist ja der Leser König. Und weil dem so ist, stelle ich auf Wunsch von Königin Bria noch schnell die Allergiker-Kuchen rein. Da wir „nur“ zwei Allergiker dabei hatten, hab ich zwei kleine Kinderformen gemacht, aber das Hochrechnen sollte ja kein Problem sein.

Ach so, und ich hab die beiden nicht fotografiert, die Torte hat mich da total abgelenkt. Aber selbst wenn, durch den Guss, den ich noch gemacht habe, sehen die beiden Kuchen nicht wirkich so aus, als ob man damit einen Schönheitswettbewerb gewinnen könnte. Es hat wohl wirklich geschmeckt, hat man mir gesagt, auch wenn man es den beiden Kleinen nicht angesehen hat.

Also, für den Marmorkuchen hab ich genommen:

1 Ei
50ml relativ neutrales Öl
100-150gr Traubenzucker
1 Tropfen Vanille-Essenz
100gr Mehl
30ml laktosefreie Milch
1Eßl ungesüssten Kakao

Ei mit Öl verschalgen und nach und nach alle anderen Zutaten bis auf den Kakao beigeben. Die etwas vagen Angaben beim Traubenzucker kommen daher, dass man gerne mal etwas nachsüssen muss, sobald man den Kakao dann reingegeben. Da muß man ein wenig nach Geschmack gehen. Die Hälfte des Teiges in eine mit Backpapier ausgeschlagene kleine Form geben. Dann den Kakao drunter heben, rühren und auf den ersten Teil des Teiges geben.

Bei 180 Grad so ca. 20 Minuten backen.

Den Nusskuchen hab ich genauso gemacht, nur statt dem Kakao 2-3 Löffel gemahlene Haselnüsse beigegeben. Eventuell braucht man da ein wenig mehr Milch, auch das muss man austesten. Dieser Kuchen hat, weil ich ihn in einer Springform hatte, nur 10 Minuten gebraucht.

Für den Guss hab ich einen halben Würfel Kokosfett aufgelöst, 2Eßl Kakao und 100gr Traubenzucker beigegeben. Ich will es so sagen, er hat gedeckt und war ok, aber da gibt es sicherlich Optmaleres. Der Guß ist sehr flüssig geblieben, ich habe immer wieder übergießen müssen. Und es sah auch leicht grisselig aus, ehrlich gesagt.

Aber wie gesagt, die Kuchen haben laut den allergiegeplagten Damen sehr gut geschmeckt und sie haben sich das Rezept geben lassen.

Der Verbündete Holger läßt übrigens noch anmerken, dass es hier und hier gute Backtipps für Allergiker gibt.
Außerdem schrieb er noch, dass es eigentlich darauf hinausläuft, Milchprodukte durch laktosefreie bzw. Sojamilch zu ersetzen. Die Lebensmittelbranche habe da in letzter Zeit auch das Profitpotential den Bedarf erkannt.
Gluten sei schwer austauschbar, am besten eigne sich dann immer noch Reismehl. Wenn man Eier und Gluten austauschen muß, solle man lieber auf Sorbets oder ähnliche Desserts umsteigen. Butterfreier Streusselkuchen bringe eben nicht (das kann ich mir nun wieder sehr gut vorstellen!). Mit den Treibmitteln müsse man da allerdings etwas experimentieren.
Soweit der Profi.

Und unser erster und hoffentlich auch letzter photofreier Eintrag.

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Die Torte des Horrors /2011/06/die-torte-des-horrors/ /2011/06/die-torte-des-horrors/#comments Fri, 03 Jun 2011 11:00:09 +0000 /?p=1486 Lesen fortsetzen ]]> Die Freundin meiner Tochter hatte gestern Taufe. Zusammen mit ihrem Bruder, der auch noch konfirmiert wurde. Schon vor Wochen fragte mich die Mutter, ob ich vielleicht ein oder zwei oder so Torten/Kuchen machen könnte, ich würde das immer so nett und schmackhaft machen.

Und anstatt, dass ich bei meinen Leisten bleibe, muß ich mir ja ein Mamutprojekt ausdenken. Eine dreilagige Torte sollte es werden. Schön dekoriert mit Rollfondant und kandierten Minzblättchen und so. Kein Problem, machen wir alles. Zuzüglich zum Brownie-Cake. Und dem laktose-, fruktose- und zuckerfreien Kuchen, den ich dann der Abwechslung wegen in Marmor und Nuss gemacht habe. Und weil ich sonst nichts zu tun hab im Leben.

Aber zurück zur Torte.

Erst drei Biskuitböden gebacken. Dazu gibt es genau zwei Methoden. Enweder man macht einen und schneidet ihn dann zweimal durch. Meiner Erfahrung muss man dafür die Hände eines Neurochirurgen haben. Oder man backt einfach gleich drei Böden á 10 Minuten. Langwieriger, aber gelingt besser. Meistens. Dazu nimmt man:

8 Eier
150g Zucker
3 EL Wasser
180g Weizenmehl
50g Speisestärke
1 Tel. Backpulver

Die Springform (falls das Ganze rund werden soll) mit Backpapier auslegen und bei 170 Grad die besagten 10 Minuten backen. Wenn sie fertig sind, jeweils rausnehmen, mit dem Backpapier stürzen und von unten mit einem nassen, sauberen Tuch das Backpapier abstreichen, dann lässt sich das Papier leicht lösen. Die Böden auskühlen lassen. Hat man drei gleiche Böden, ist man gut. Ich hatte einen tollen für unten, einen gehtgeradenochsodurch für oben und einen sehr mickrigen für die Mittelschicht.

Für die Vanillefüllung nimmt man:

2 Packungen Bourbon-Puddingpulver
500ml Milch
7 Eigelb
150g Zucker
2 Päckchen echten Vanillezucker
500ml Schlagsahne

Pudding mit ein paar Löffeln Milch und dem Eigelb glattrühren, restliche Milch mit dem Zucker und dem Vanillezucker aufkochen. Vom Herd nehmen und den Pudding einrühren und rühren und rühren und rühren. Immer wieder, bis die Masse erkaltet ist. Dann die Sahne steifschlagen und unterrühren. Nicht dran stören, wie es aussieht – das muss so sein. Kalt stellen. Derweil die zweite Füllung machen aus

1 Beutel gefrorenen Erdbeeren
1/2 Zitrone
100 g Zucker
8 Blatt rote Gelatine

Gelatine aufweichen und kurz mit etwas Wasser warm auflösen. Erdbeeren antauen lassen, mit Zucker und Zitrone pürieren. Eine Kelle davon in die Gelatine geben, nach und nach den Rest beigeben. Und auch hier – warten, das geliert nach einer gewissen Zeit, auch wenn es nicht so aussieht

Dann – und das ist ganz, ganz wichtig – einen Tortenring um den ersten Boden legen. Wenn kein Tortenring da ist, dann muss man eben einen basteln, aus dem Hut zaubern oder sich aus den Rippen schneiden, sonst sieht die Torte nach der ersten Schicht aus wie rausquellendes Hirn aus einer Schädeldecke. Ich weiß das sehr genau. Meine Kinder haben ganz neue Schimpfwörter gelernt am Mittwoch.
Also: einen Tortenring um den ersten Boden legen. Dann die Hälfte der Vanillecreme einfüllen, da drauf ebenfalls die Hälfte des Erdbeerpürees. Zweiter Boden drauf und das Ganze noch mal. Dann den letzten Boden als Deckel drauf. Alles Unwichtige aus dem Kühlschrank schmeißen und das Gebilde am besten über Nacht kühl stellen. Dafür die Butter rausnehmen und auf Zimmertemperatur warm werden lassen

Am nächsten Morgen vor lauter berechtigter Panik, es könne alles nicht klappen, viel zu früh aufwachen und sich an die Buttercreme machen.

1 Packung Bourbon-Puddingpulver
400ml Milch
60g Zucker
1 EL Kokosfett
250g Butter

Den Pudding wie gehabt kochen. Direkt danach das Kokosfett einrühren. Wenn die Masse erkaltet ist, auch hier viel, viel rühren – wer braucht schon Armmuskeltraining? – die Butter 2 Minuten auf höchster Stufe mit dem Mixer durchlassen und nach und nach zur Creme geben. Die Torte aufwecken und sanft rundrum eincremen. Wieder kalt stellen.

So, und dann kann man seinen Rollfondant selbst machen. Man kann aber auch einfach irgendwann seine Grenzen erkennen und das Zeug bestellen. Es kommt für gar nicht viel Geld sauber verpackt in handlichen Größen, zusammen mit anderem netten Dekorkrimskrams. Was nicht heißt, dass es keine Sauerrei ist, das Zeug auf Puderzucker zu kneten und auf die richtige Größe auszurollen. Hat man das geschafft ruft man jemand, der mindestens Handgröße 8 hat zur Hilfe, geht mit den Händen unter den Fondant, hebt auf drei die Zuckermasse hoch und senkt sie vorsichtig auf die vorher rausgeholte Torte. Wenn das geklappt hat, hat man quasi gewonnen.

Alles was dann noch bleibt ist ausdekorieren – auch wenn das nie so aussieht, wie man sich das vorstellt, aber an dem Punkt ist einem das dann mittlerweile egal.

Bis zum Servieren kommt das Biest ein letztes Mal in den Kühlschrank. Man selbst versucht, mit viel Make-up die Spuren der Verzweiflung aus dem Gesicht zu schminken, um dann die Ausrufe wie

„Nein, was hast Du Dir für Arbeit gemacht!“ mit einer lässigen Handbewegung und einem Lächeln abzutun und die Komplimente huldvoll anzunehmen.

Kleiner Tip: Ab 20 Grad Aussentemperatur schwächelt die Torte – es gilt, sie schnell zu servieren, zu essen und sie dann wieder ins Kühle zu bringen, bevor sie sehr unglamourös in sich zusammenfällt.

Und für den Verbündeten Holger und seine Küchengefährtin: *So* hat eine Küche auszusehen, in der wirklich gearbeitet wird. Nur, damit hier mal die richtigen Maßstäbe angelegt werden.

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CCC – und davon ganz viele /2011/05/ccc-und-davon-ganz-viele/ /2011/05/ccc-und-davon-ganz-viele/#comments Fri, 20 May 2011 12:08:11 +0000 /?p=1319
cookies

Zum Anknabbern.

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Kochen ohne Zutaten /2011/04/kochen-ohne-zutaten/ /2011/04/kochen-ohne-zutaten/#comments Tue, 26 Apr 2011 18:44:17 +0000 /?p=939 Lesen fortsetzen ]]> So, heute gibt es mal wieder etwas aus der beliebten Rubrik „Kochen oder Backen mit dem leeren Kühlschrank“. Es war mal wieder eines der langen Wochenenden, wegen der Verschickung des Kindes und des guten Wetters wurde der Einkauf auch als komplett überbewertet eingestuft.

Aber für alle Unverzagten gibt es ja immer noch die Klassiker der englischen Küche. Die Engländer sind ja stolz darauf, daß sie das älteste Kochbuch der Welt haben. Stimmt ja auch fast, es ist zumindest das einzige, das noch halb erhalten ist und den Namen Kochbuch verdient. Sicher hatten die alten Römer so etwas auch schon, aber die sind ja alle weg. Aber es scheint immer noch das einzige zu sein, nachdem die Engländer kochen; mit Ausnahme von Jamie O. natürlich. (OT: ich hab mir das mal als PDF besorgt, es ist hochinteressant. Gibt’s auch als Faksimile, aber mein alter Link greift ins Leere. Aber Appetit macht es nicht gerade.)
Aber wir schweifen ab .

Shortbread bot sich an, weil nicht mal mehr das obligatorische letzte Ei da war. Es ist ein Rezept, das man am ehesten noch mit Mürbeteig vergleichen kann. Statt der Butter geht auch Schmalz oder Öl.

Für eine Springform braucht man

½ Stück Butter
50 g Zucker
225 g Mehl

Die übliche Prise Salz als Geschmacksverstärker und alles andere ist dann schon wieder im Bonusprogramm: Rosenwasser oder Vanillearoma oder Zimt oder Lebkuchengewürz oderoderoder…

Das ganze für 30 Minuten bei 160° in den Ofen und in der Zwischenzeit kann man die Küche von den Spuren des Vorabends freien.

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