Verbündete – Wie sieht's denn hier aus? / Eigensinnig unperfekt zwischen Stadt und Land. Wed, 30 Oct 2013 14:06:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.1 Kürbis bei den Kochs /2013/10/kuerbis-bei-den-kochs/ /2013/10/kuerbis-bei-den-kochs/#respond Mon, 28 Oct 2013 07:42:39 +0000 /?p=6502 Lesen fortsetzen ]]> HalloweenkuerbisEigentlich fängt man ja keine Texte mit Eigentlich an. Eigentlich find ich ja diesen Halloweenquatsch nervig. Tu ich auch immer noch. Aber wenn Türken ihr Zuckerfest und Amerikaner Halloween feiern, sollen sie das auch ruhig in Berlin und den angeschlossenen Bundesländern tun.

Allerdings hat die Beste Blondine diesen Herbst beschlossen, die Treppendeko (Männer lassen alles rumliegen, Frauen nennen das dekorieren) in orange zu halten.

Halloweenkuerbis2Und damit der Kleine Mann auch mal seinen eigenen Kürbis bekommt, haben wir dann auch zusammen seinen ersten Kürbis geschnitzt. Mit guten Messern ist das auch gar nicht so schwierig wie ich es erwartet habe. Der vorsorgliche Koch hatte auch schon alles für ein nettes Kürbiscurry in Reichweite zu liegen. Aber diese Kürbisse scheinen wohl nur als Dekoration zu taugen. Nur so ist auch zu erklären, dass die Ahnen Lebensmittel zum Spielen und Kindererschrecken genommen haben sollen. Nun gut, wir haben noch was anderes gefunden und werden wohl demnächst viele kleine Kürbisse auf dem Kompost haben.

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Ein schäbiges Bett für die Schönste Germanin, Teil 2 /2013/04/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-2/ /2013/04/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-2/#comments Wed, 24 Apr 2013 12:49:02 +0000 /?p=5972 Lesen fortsetzen ]]> Im ersten Teil haben wie die drei Einzel-Module des Bettes im Stil des Shabby Chic vorgestellt. Danach wurden sie durch die Längstlatten verbunden:

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Beginn der Lattierung, Blick auf die Katakomben (bestimmt griechisch für „Kammern der Katze“) noch frei. Die Verkleidung am Kopfende ist bereits montiert.

Wichtig ist dabei, dass die Latten nicht mit der Verkleidung verschraubt werden (s. unten): Da Latten schon mal gerne kaputt gehen, müssen wir sie leicht ersetzen können. Den ersten Hüpf-und-Sprung-Test von Kind Nummer Zwei hat das Bett zwar überstanden, aber trotzdem haben wir gleich zwei Ersatzlatten gekauft. Wie im ersten Teil besprochen wird das Holz im Innenraum nur gestrichen, wenn sich die Katze beschwert.

Die Latten werden dabei nicht gleichmäßig eingezogen, sondern entsprechend der Belastung: In der Mitte der jeweiligen Betthälfte und am Rand, wo man aus- und einsteigt, sind sie enger. Damit soll eine möglichst gute Belüftung der Matratze von unten gewährleistet werden. Das Zimmer hat eine Fußbodenheizung.

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Fertige Lattierung, Verkleidung montiert, aber Schraubenköpfe noch nicht gestrichen. Man beachte die Lücken in der Verkleidung am Kopfende rechts und (schlechter zu erkennen) links.

Schließlich ist es Zeit für die Verkleidung, die aus vier Zwei-Meter-Brettern besteht, die außen herum montiert werden. Die Höhe ist etwas tricky: Zu niedrig, und die Matratzen rutschen über die Oberkante weg, zu hoch, und man haut beim Einstieg gegen die Kante. Nach einigen Tests haben wir uns für eine Kantenhöhe von acht Zentimeter entschieden, gemessen zu den Querbalken (nicht den Latten). Die Verkleidung wird dann an die Balken wie auch die Quaderfüße geschraubt.

(Mensch, wird sich jetzt der eine oder andere Leser denken, das sind ja viele Schrauben. Im Rahmen des Schäbigtums habe ich beschlossen, sie versuchsweise als Design-Element einzusetzen, in Anlehnung an die Nieten bei Flugzeugen. Der Erfolg ist eher begrenzt, empfehlen kann ich das nicht.)

Wer mitgedacht hat, wird jetzt stutzen. Die Matratzen sind zwei Meter lang und einen Meter breit. Damit ist die Liegefläche zwei mal zwei Meter. Entsprechend sind die Querbalken und die eigentlichen Latten auch zwei Meter lang. Und dann werden außen als Verkleidung zwei Meter lange Bretter verschraubt? Bleibt da nicht irgendwo eine Lücke?

Ja. Wenn man genau auf das zweite Bild schaut, sieht man besonders in der Ecke am rechten Kopfende eine Spalte. Das ist allerdings ein feature und kein bug: Eine noch nicht ausgestandene Diskussion im Hause Stevenson ist der Einsatz von Wärmeunterbetten, die zu deutlichen Energieersparnissen im Winter führen können. Die Lücken würden es erlauben, Kabel aus dem Bettkasten zur Seite herauszuführen, ohne dass sie über die Kanten laufen müssen. Falls wir uns mal einigen können.

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Fertiges Bett mit weißen Kopfkissenbezügen; Schraubenköpfe jetzt weiß gestrichen. Das Kopfende liegt unter der Dachschräge, was zusammen mit der dunklen Farbe sogar noch gemütlicher wirkt als erwartet. Normalerweise ist das Bett natürlich mit Quilts der Ehrenwerten Mutter bedeckt.

Wie sieht das Fazit aus? Vom Aussehen ist es vielleicht eher primitiv als schäbig. Etwas Verzierung hätte dem ganzen Objekt doch gut getan. Es gibt einen Grund, warum so viele Betten Pfosten an den Ecken haben. Dafür ist es in unserem Schlafzimmer allerdings schlicht zu eng. Das Bett ist insgesamt 70 cm hoch, was sich nicht nach viel anhört, bis man davor steht. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber man wird nicht jünger. Wegen der Latten liegt man wie erhofft sehr fest.

Was uns zum Wichtigsten führt: Wir schlafen sehr, sehr gut darin. Selbst mit zwei Kindern und einer Katze. Was will man mehr.

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Ein schäbiges Bett für die schönste Germanin, Teil 1 /2013/03/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-1/ /2013/03/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-1/#comments Fri, 22 Mar 2013 14:59:36 +0000 /?p=5850 Lesen fortsetzen ]]> Nach mehr als zehn Jahren wird es irgendwie doch langsam Zeit, eine neue Matratze zu kaufen. Und wenn man dabei ist, kann man auch gleich größere Matratzen holen, denn eine Breite, die als frisch verliebte Studenten noch ausreichte, ist inzwischen mit zwei Kindern und einer schwer wärmebedürftigen Katze schon mal etwas eng. Das wiederum erfordert ein neues Bettgestell. Nun würden normale Leute einfach rausgehen und sich eins kaufen. Aber wir haben festgestellt, dass uns die meisten Gestelle zu weich sind oder doof aussehen oder zu teuer sind (oder gleich alles drei). Daher haben wir uns entschieden, selbst eins zu bauen. Natürlich.

Die Schönste Germanin hatte sofort eine Idee, wie das Bett aussehen sollte: Auf dicken „Quadern“ an den Ecken sollte es stehen statt auf dünnen Beinen. Und vom Anstrich her schäbig.

Schäbig? Bitte?

Es stellt sich heraus, dass sie Shabby Chic meinte, eine Stilrichtung aus Großbritannien, bei der Möbel alt und gebraucht aussehen sollen. Offenbar ist das jetzt groß in Mode. Warum hat man mir das nicht vorher gesagt? Bislang habe ich immer versucht, meine Projekte nicht schäbig aussehen zu lassen.

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Der ursprüngliche Bauplan des Schäbigen Bettes. Die Höhe ist noch auf 50 cm veranschlagt und auch einige andere Maße sind später geändert worden. Die Flecken kommen daher, dass der Zettel zwischendurch in den Hausmüll landete, warum auch immer. Leider habe ich das erst gemerkt, nachdem ich das Altpapier durchsucht hatte.

In diesem Fall beschränkt sich die Stilrichtung darauf, dass wir das sichtbare Holz zuerst mit Acryl-Vorstrichfarbe und dann mit einer — und nur einer — Schicht von Acryl-Weißlack seidenmatt anstreichen. Der Hinweis auf das „sichtbare“ Holz ist wichtig, denn die eigentlichen Latten bleiben unbehandelt: Sieht eh nur die Katze und Farbe ist teuer.

Zu den Maßen: Die Matratzen sind je zwei mal ein Meter von der Fläche und etwa 25 cm hoch. Die Latten werden 40 cm über den Boden liegen, denn wir nutzen für die Quadern unsere beliebten Leimholz-Fichte-Bretter, die kostenlos im Baumarkt aus 80 x 40 cm Platten zu 50 x 40 cm zugeschnitten werden. Fünf Bretter 200 x 20 x 2,8 cm liegen quer und stehen an strategischen Stellen auf 8 x 8 x 40 cm dicken Pfosten, die man aber erstmal nicht sieht. Quer über die fünf dicken Bretter kommen die eigentlichen Latten, 200 x 8 x 1,8 cm. Schließlich werden die Matratzen von 200 x 20 x 1,7 cm Brettern umfasst, damit sie nicht herunterrutschen und alles ordentlicher aussieht.

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Alpha-Test der einzelnen Module. Das mittlere wird nur über die Latten mit dem Kopf- und Fußstücken verbunden sein.

Klingt alles einfach, schon allein weil wir nichts mehr zuschneiden müssen. Das erste Problem war ohnehin ein anderes: Das Schlafzimmer liegt im ersten Stock, der Werkraum im Keller. Daher muss das Bett in kleineren Modulen gebaut und gestrichen werden, bevor es hoch getragen wird. Ich werde zu alt für sowas.

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Das größte Einzelmodul, das Kopfteil. Hier sieht man, was mit den „Quaderfüßen“ gemeint ist. Im Hintergrund die Quader für das Fußende. Ist das schäbig genug?

Einige Leser mögen gestutzt haben, als sie von 40 cm hohen Seiten gelesen haben. Kommt man nicht auf eine ziemliche Höhe, wenn man noch etwa 25 cm Matratzenhöhe dazu addiert? Beileibe ja. Aber das sehen wir im nächsten Eintrag.

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Über Schläuche /2012/08/uber-schlauche/ /2012/08/uber-schlauche/#comments Wed, 15 Aug 2012 18:32:51 +0000 /?p=1080 Lesen fortsetzen ]]> Der Gartenschlauch ist ein gutes Beispiel für ein low interest Produkt.
Man weiß, dass man es braucht. Man kauft es irgendwann, ohne groß nachzudenken, besitzt es und gut. Werbung oder Markenimage spielen eine Nebenrolle. Auch das Design ist bei einem Schlauch eher sekundär.
Diese Eigenschaft teilt der schlanke Wasserträger mit Kollegen wie Türstoppern, Pfannenwendern oder Schnürsenkeln. Ich finde sie alle hätten ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit für den Job, den sie machen, verdient. Nebenbei bemerkt, die Bergarbeiterschnürsenkel von dem Versandhandel, der mit M anfängt sind wirklich top. Einfach unverwüstlich, auch im Baustellenalltag. Wenn ein paar Stahlkappenschuhe verschlissen ist, nehme ich diese Schnürsenkel raus und hebe sie für den nächsten Einsatz auf. Doch zurück zu den Schläuchen.

Als Gartenberater achtet man natürlich auch auf Gartengeräte, die die Kunden besitzen. Man möchte ja helfen. Was den mobilen Wassertransport angeht, ist in 95% der Fälle ein Halbzollschlauch mit Kupplungen, Hahnstücken und Sprühdüsen eines namhaften Ulmer Herstellers, der mit ardena aufhört (oder noch billigere Kopien davon) im Einsatz. Mein Innenleben bei diesem Anblick entspricht vermutlich dem, was der Koch fühlt, wenn er Menschen mit einem Buttermesser Filets parieren sieht. Nicht die G-Firma, der Dünnling ist das Problem.

Natürlich ist ein Halbzollschlauch im Baumarkt verlockend. Er sieht genauso aus wie das dickere Dreiviertelzollpendant, kostet aber nur etwas mehr als die Hälfte. Diese Relation spiegelt sich jedoch auch in der Leistungsfähigleit wider. Sprich: es passt auch nur die Hälfte an Wasser hindurch. Bei Fernsehern, Dunstabzugshauben und Kraftfahrzeugen ist doch schon lange ein Trend hin zu XL spürbar. Warum, um Gottes Willen, nicht beim Gartenschlauch?
Ich träume schon ganz lange davon, etwas los zu werden und bin Sabine und Simone ausgesprochen dankbar, dass sie mir an dieser Stelle die Gelegenheit dazu geben.
Dieser Satz lautet:

LEUTE, WENN IHR IM GARTEN NACHHALTIG ERFOLG UND FREUDE ERLEBEN WOLLT, DANN BRAUCHT IHR EINEN ¾ ZOLL-SCHLAUCH UND EINEN GIESSSTAB.

So das war´s, danke.

Im Ernst, durch diese Utensilien erhält jede Pflanze in der gegebenen Zeiteinheit die doppelte und somit die richtige Wassermenge. Der Gießstab produziert einen samtig weichen Wasserstrahl, der mit natürlichem Regen vergleichbar ist, ungefähr so wie eine Gießkanne. Wenn man dann noch mit Regenwasser aus der Zisterne gießen kann, führt man seine Pflanzen vermutlich zu den höchsten Wonnen. Bei mir kriegen die Kunden, die einen Garten über 50.000,- Euro (netto) beauftragen zum Abschluss des Projekts immer einen Gießstab geschenkt. Einer dieser Kunden, sagte ein paar Wochen später zu mir: „… allein für den Gießstab hat sich der Garten schon gelohnt.“ (Ende des Zitats). Das sind die Momente, die gut tun.

Übrigens gibt es die Anschlüsse des bekannten Ulmer Herstellers inzwischen auch in einer absoluten Profiqualität aus Edelstahl. Von der Fa. GEKA, die in Gärtnerkreisen aufgrund Ihrer legendären Klauenkupplungen fast abgöttisch verehrt wird. Genau so wie Schläuche der Marke „Goldschlange“. Man kennt Sie aus dem Katalog der mit M anfängt. Beide Produkte sind wirklich über Generationen vererbbar.
Für unsere Zwecke jedoch, reicht der übliche gelbe Schlauch völlig aus. Der ist Industriestandard und dadurch auch auf sehr hohem Qualitätsniveau genormt. Nur eben die Dicke, ¾ Zoll wie gesagt. Man würde sich doch mit einem 42er Fuß auch keinen 39er Schuh kaufen, oder?

Bilder: Wikipedia

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Ein Arbeitszimmer für den Autor, Teil 23 – Fazit und abschließende Worte /2012/07/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-22-fazit-und-abschliesende-worte/ /2012/07/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-22-fazit-und-abschliesende-worte/#comments Tue, 17 Jul 2012 08:10:04 +0000 /?p=4479 Lesen fortsetzen ]]> Fertig! Nein, wirklich — gut, bis auf die Stelle an der Decke, die noch gestrichen werden muss, weil damals dort die Lampe hing; bis auf die Verkabelung der neuen Lampe, die im Moment zu stark auf Isolierband setzt; auf die Kisten mit Unterlagen, die noch in die richtigen Ordner einsortiert werden müssen; auf den Abschluss des Fußbodens zum Flur, der noch gebaut werden muss; auf die Kabel zum Kindertisch, die noch verstaut werden müssen … aber im Prinzip, faktisch, grundsätzlich ist das Zimmer so fertig, wie es jemals sein wird. Zeit für ein Fazit.

Was funktioniert hat

Zu meinem Erstaunen, nein, zu meiner Verblüffung ist am Ende mehr oder weniger alles so geworden wie geplant. An keiner Stelle musste irgendwas hoch- oder abgerissen, die Pläne grundlegend geändert oder etwas aufgegeben werden. So gesehen hat alles irgendwie funktioniert. Der beste Beweis dafür ist, dass die Schönste Germanin jetzt ständig am Schreibtisch im Keller sitzt, während sie dort früher nie war.

Wenn ich ein Element als besonderen Erfolg hervorheben sollte, wäre es der Sehr Große Tisch. Vergleichsweise einfach zu bauen, stabil und halt groß, hat es schon den ersten erfolgreichen Puzzle-Test mit dem Nachwuchs bestanden. Für eine etwas gepflegtere Verwendung — als Esstisch, zum Beispiel — bräuchte man härteres Holz und auch die Oberfläche müsste besser geglättet werden. Aber das wäre nur eine Fleißaufgabe. Einen solchen Tisch würde ich jederzeit wieder in Angriff nehmen.

Was nicht funktioniert hat

Wir ignorieren in diesem Abschnitt die Dinge, die nicht perfekt geworden sind, weil sie Teil eines Lernprozesses waren. Dabei steht an erster Stelle der Holzfußboden, der in seinen ersten Abschnitten (dummerweise direkt an der Tür) halt nicht so gut gelungen ist wie in den letzten (im Achteck). Bei solchen Dingen war immer geplant, ein gewisses “Lehrgeld” zu zahlen.

Das größte Problem ist der Schlitz im Utility Table, der auf den Fehler der premature optimization zurückzuführen ist. Erstmal steht der Drucker darüber — auf Jahre übrigens. Überhaupt macht der kleinste Tisch die größten Probleme, denn die Fugenverbindung zwischen den Brettern ist leicht aufgebrochen. Offenbar wird die Last der Regale nicht richtig abgefangen.

Weiter: Bei der Oberflächenbehandlung haben die beiden Schichten Klarlack absolut nicht ausgereicht an den stark belasteten Kanten des Welteroberungstisches.

Im Laufe des Jahres — wenn es irgendwann trocken genug werden sollte, um richtig zu lüften — werde ich die Tische alle freiräumen, säubern, die Lasur nachbessern und dann die Oberfläche neu versiegeln. Ich hatte zwischendurch überlegt, die Kanten mit Metallleisten aus Messing zu bewehren, schrecke aber wegen der Winkel am Welteroberungstisch und meinem völligen Unwissen über die grundlegendsten Handgriffe bei der Metallverarbeitung davon ab.

Und dann wäre da noch der Welteroberungstisch selbst.

Der Welteroberungstisch als Weißer Wal

Mit dem bin ich, wie bereits angedeutet, am wenigsten zufrieden; wir haben auch schon über Alternativen gesprochen. Zwar funktioniert er als Tisch tadellos — er ist flach und man kann Dinge darauf stellen — und erfahrungsgemäß fallen die Probleme Besuchern nicht weit auf. Aber nur, weil ich die klaffenden Spalten mit großen Mengen von Sägespänen verschlossen und dann das Ganze unter Lasur und Lack begraben habe. Hier bin ich schlicht an meine Grenzen gestoßen, erstmal zumindest: Zu ungenau gemessen, zu ungenau geschnitten, die Elemente nach der falschen Strategie montiert.

Trotzdem, ich bin froh, dass ich es versucht habe. Die Vorstellung von einem Tisch, der das Achteck rundherum ausfüllt, verfolgt mich seitdem wir eingezogen sind. Allein für meinen Seelenfrieden musste ich es probieren. Ja, es drängen sich gewisse Parallelen zu Moby Dick auf, denn manchmal muss ein Mann … und so weiter. Besser so als sich das restliche Leben zu fragen, wie es denn gewesen wäre.

Was ich anders machen würde

Vor dem nächsten Projekt dieser Größe würde ich mir eine gute Tischkreissäge besorgen. Zwar ging es recht gut mit den Handsägen, hauptsächlich einer Stichsäge, aber es wäre wesentlich einfacher und genauer mit dem richtigen Werkzeug geworden.

Ich würde auch zögern, nochmal einen Holzfußboden selbst zu verlegen. Nicht weil dieser so misslungen wäre, sondern weil es unfassbar viel Arbeit ist.

Was man noch wissen muss

Trotz dieser Anstrengungen, den ganzen gerauften Haaren und einzelnen Enttäuschungen war das ganze Projekt für mich in gewisser Weise wie ein langgezogener Urlaub. Für die restliche Familie war es, äh, nicht ganz so erholsam. Die Hauptbauzeit dürfte sechs Monate betragen haben. Während dieser Zeit war ich hauptsächlich im Keller, wenn nicht körperlich, dann geistig.

Ohne die Unterstützung der Familie geht so etwas nicht. Ich habe das große Glück, dass die Schönste Germanin ein erstaunliches Verständnis für meine Neigung hat, Dinge mit einer gewissen Besessenheit zu machen, und daher gebührt ihr der größte Dank. Wer so einen Umbau in Angriff nimmt, sollte sich vorher seines Rückhaltes sehr sicher sein.

Am Ende: Was it all worth it?

Schauen wir uns nochmal den ersten Eintrag der Serie an und holen uns das Bild von dem Teil des Zimmers heraus, wo heute der Welteroberungstisch steht:

Stilistisch ist das wohl keine Frage und von der Funktionalität auch nicht. Und schließlich gibt es den wirklich wichtigen Grund: Etwas aus der Vorstellung wirklich werden zu lassen, ist immer befriedigend, um nicht sagen, ein Rausch.

(Diese Reihe ist meinem Vater Dr. Douglas K. Stevenson gewidmet)

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Ein Arbeitszimmer für den Autor – Teil 16: „Die Regale im Achteck“ /2012/03/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-16-die-regale-im-achteck/ /2012/03/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-16-die-regale-im-achteck/#comments Fri, 09 Mar 2012 18:42:15 +0000 /?p=3719 Lesen fortsetzen ]]>

Heute beweisen wir Lernvermögen. Bei der alten Version des Arbeitszimmers hatten wir versucht, die Enden der Regale im Achtecks aneinander anschließen zu lassen. Schwierig, da die Wände nicht völlig gerade und die Ecken nicht wirklich 135 Grad sind. Zu  schwierig, um es nochmal probieren zu wollen.

Daher bauen wir für jeden der fünf Abschnitte ein eigenes Regalmodul, opfern ein Dreieck in den Ecken (offiziell als senkrechter Kabelschacht) und verdecken die Fuge zwischen den Modulen mit einer Leiste. Dann kommt es um den einen Millimeter mehr oder weniger nicht an.

Die drei rechten Module — C, D und E nach unserer Zeichnung — sind praktisch gleich, nur die Regalbretter sind jeweils geringfügig anders in der Länge. Die unteren Holzplatten sind 0,5 cm dick und haben zwei Funktionen: Einmal werden hier Bilderrahmen angeschraubt (ein eigener Eintrag), zweiten strahlt die Wand keine Kälte mehr ab.

(Wer genau hinschaut, wird sehen, dass ich im Baumarkt nicht aufgepasst habe: Die Maserung verläuft bei C anders als bei D und E. Nun ist es zu spät.)

Beim B-Model — das zweite Modul von links, um das rechte Fenster — sieht man zwei sehr lange, dünne Regale. Die sind für Tastaturen.

Da wir nicht genug Platz im Werkraum haben, sieht der Ablauf so aus: Die Module werden eins nach dem anderen gebaut und dann im Arbeitszimmer an ihren späteren Plätzen gelagert. Danach wird der Werkraum staubfrei gemacht, damit die Einheiten wieder zurückgetragen und gestrichen werden können. Ist die Farbe trocken, kommen sie wieder zurück ins Arbeitszimmer und werden mit je vier Bolzen montiert.

Auf dem Foto sieht man bei den Modulen C bis E eine Spalte zwischen der Tischoberfläche und dem Pinnwand/Bildschraub-Brett. Die verstecken wir hinter einer angeklebte Leiste und sorgen so für einen garantiert perfekten Anschluss an die Schreibtischplatte. Anders formuliert, ich war zu faul, um genau zu messen.

 

 

Als letztes nageln wir die senkrechten Zierleisten an — das sind einfach nur unsere berühmten billigen 4 x 1,8 cm Leisten, hübsch gestrichen. Die Nägel sind schwarz und damit kaum zu sehen.

 

Wir sollten nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Regale nur auf den Tischen aufliegen und nicht angeschraubt, aufgeklebt oder festgenagelt sind. Sollten wir irgendwann auf die Idee kommen, Mensch, so eine kahle, ungestrichene weiße Wand wäre doch richtig schön, könnten wir die Zierleisten wieder abziehen und die Regale herunternehmen. Entsprechend können wir auch einzelne Module herausnehmen, sollte die Schönste Germanin doch irgendwann zustimmen, das Fenster zuzumauern. Nur so als Beispiel.

(Ja, in dem oberen Foto sieht man ein Bild von einem Einhorn in einem blauen Rahmen. Das hat meine kleine Schwester für mich gemalt, als sie noch sehr klein war. Ich stehe dazu.)

In der Praxis zeigt sich schnell ein Problem: Trotz der Leiste unter den Regalbrettern biegen die sich unter hoher Bücherlast in der Mitte um bis 0,5 cm durch. Völlig inakzeptabel. Daher müssen wir noch nachträglich senkrechte Stützen einbauen. Außerdem fehlen noch die Lichtleisten bei C, D und E und die Unterschränke für A, B und C.

Aber zuerst müssen wir die Regale rechts von dem Achteck einbauen, damit die ganze hintere Wand fertig ist.

Fortsetzung hier

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Obstgehölze schneiden 1,2 und 3 – die Theorie in Frage und Antwort /2012/03/obstgeholze-schneiden-12-und-3-die-theorie-in-frage-und-antwort/ /2012/03/obstgeholze-schneiden-12-und-3-die-theorie-in-frage-und-antwort/#comments Mon, 05 Mar 2012 08:37:02 +0000 /?p=3691 Lesen fortsetzen ]]> Oft gehört: die erste Frage verunsicherter Gartenbesitzer im Winter: „Müssten die Obstbäume nicht beschnitten werden?“

Fakt ist: im Erwerbsobstbau werden Obstbäume regelmäßig, d.h. jährlich, geschnittenDort natürlich vor allem, um eine bestimmte marktfähige Fruchtqualität zu erzielen, aber auch damit Pflege und Ernte rationell möglich sind. Ästhetik spielt in der Produktion nur eine untergeordnete Rolle.

Aber was würde passieeren, wenn man die Bäume gänzlich unbeschnitten lassen würde?

Ein wilder oder unbeschnittener Apfelbaum entwickelt sich zu einem regelrechten Biotop für nützliche und schädliche Arten. Mit Arten können gemeint sein: Moose, Flechten, Pflanzen (Mispel!), Schmetterlinge und Käfer (das sind dann eher die Schädlinge), Vögel (Wiedehopf!) und Säugetiere (Siebenschläfer!).

Ohne Rückschnitt wird ein Apfelbaum mit den Jahren so dicht, dass man kaum mehr hindurch schauen kann. Äste brechen unter der Last der Früchte herunter und Löcher entstehen im Stamm. So ein Streuobstbaum ist ökologisch sehr sinnvoll und in der Landschaft schön azuschauen. Im Garten wollen die wenigsten Menschen so einen wilden Baum.

Wie soll der Baum denn dann beschnitten werden?

Ein Gartenazubi lernt in seiner Ausbildung: ein Obstbaum sollte so beschnitten werden, dass man einen Hut zwischen den Zweigen hindurch werfen kann. Das bedeutet, es muss viel Luft zwischen dem Astwerk sein.

Wozu dieser starke Rückschnitt?

Dazu ein kleiner Exkurs in die Welt des Weins:

Im deutschen Weinbau vollzog sich in den Neunzigerjahren eine Wende. Man änderte die Schnittmethode hin zu mehr Qualität. Das geht so: die gepflegte Ertragsweinrebe besteht aus einem alten, dick verknorzten Stock, aus dem jedes Jahr neue, schlanke, junge Triebe hervorspriessen, welche dann später auch die Trauben tragen. Weinreben werden jedes Jahr im Winter kräftig zurück geschnitten um den Austrieb junger Ruten zu fördern, die im folgenden Sommer blühen und fruchten können. Denn das alte Holz kann das nicht.

Die Winzer, die eher Massenweine keltern, lassen bei ihrem winterlichen Rebschnitt zwei Ruten mit ca. 50-75 cm Länge stehen. Jene Weingärtner die auf hohe Qualität hinaus wollen, belassen dagegen nur eine einzige Rute am Stock. Diese erzeugt am Ende natürlich wesentlich weniger Blüten und somit weniger Ertrag, dafür aber eine bessere Mostqualität und somit besseren Wein.

Hieraus kann man drei Regeln ableiten:

  • starker Rückschnitt fördert starkes neues Wachstum
  • starker Rückschnitt fördert die Qualität des Ernteertrags, verringert aber dessen Menge
  • bei Pflanzen, die am einjährigen Trieb blühen (Wein, Rosen, Schmetterlingsstrauch usw.) kann man sehr stark ins alte Holz zurückschneiden, um junge blühfähige Triebe zu fördern (Obstbäume dagegen blühen am mehrjährigen Holz und müssen daher etwas vorsichtiger geschnitten werden. Aber auch bei ihnen gilt: weniger Blüten=weniger Früchte=bessere Qualität)

Hinzu kommt, dass gezüchtete Obstgehölze wesentlich schwerere Früchte tragen, als das entsprechende Wildobst. Ein ungeschnittener Kulturbaum kann unter seiner Fruchtlast zusammenbrechen. Früher war es deshalb auf dem Land üblich, dass man die Äste im Sommer mit Stangen abgestützt hat, um das Abbrechen zu verhindern.

Sieht so ein gestutzter Baum noch schön aus?

Im Garten ist es tatsächlich so, dass eine Pflanze oft mehr den ästhetischen Ansprüchen genügen muss. Wenn wir uns ein teures Spalierobstbäumchen kaufen und mit Mühe einpflanzen, dann soll es gefälligst auch seine hübsche symetrische Form behalten. Im Garten wird man dadurch zu einer Art Bildhauer am Baum. Das heißt, es muss alles weg, was nicht nach 1a Musterbaum aussieht. Dabei ist Schnitt nur eine Möglichkeit von vielen. Man kann fehlgeleitete Zweige auch zurecht biegen und mit Bambusstäben und Kunststoffbindern fixieren. So werden ja auch Pflanzen in der Baumschule erzogen.

Wie mach ich das, dass der Baum schön geschnitten aussieht?

In jedem Fall bedarf es einer gewissen eigenen Vorstellung davon, wie der zu bearbeitende Baum sich weiter entwickeln sollte. Diese Vorstellung sollte auch berücksichtigen, was der Baum von Natur aus kann und was nicht. Dazu braucht es Wissen, Erfahrung und etwas Übung. Alles Dinge, die man sich aneignen kann. Oft ist sich der Gartenneuling zu unsicher, den ersten Schnitt zu wagen. Dann könnte es eine gute Alternative sein, sich die Sache einmal von einem Fachmann zeigen zu lassen oder ein Kurs bei der Volkshochschule zu belegen. Auch im Internet existieren Obstbaumschnittanleitungen. Dort werden aber schon einige Fachkenntnisse vorausgesetzt.

Grundsätzlich sollte der ideal geschnittene Baum nach dem Schnitt eine dreieckige Form haben (Pyramidenform), deren Spitze nach oben zeigt. Und wie gesagt, ein Hut sollte zwischen den Ästen hindurch passen.

Wie schneide ich Säulenobst?

Säulenobst ist ganz leicht zu schneiden. Hier kann man sich die einfache Regel merken, dass jeder Ast, der dicker als ein Daumen ist, direkt am Stamm abgeschnitten wird (so erhält man die Säulenform). Mein Tipp: aus Säulenobstbäumen kann man auch auf kleiner Fläche eine tolle Obsthecke mit ganz verschiedenen Fruchtbäumen anpflanzen. Nur gut besonnt sollte die Hecke sein.

Schneidet man Äpfel und Kirschen gleich?

Der Gartenbesitzer sollte wissen, welche Art von Obst er vor sich hat. Grundsätzlich unterteilt man Kern- und Steinobst.

Kernobstarten sind Apfel, Birne, Quitte und einige Exoten wie Nashi, Mispel und Apfelbeere.

Zum Steinobst gehören Kirschen, Pflaumen, Reneclauden und Zwetschgen, Mirabellen, Aprikose, Pfirsich und Mandel.

Für das Steinobst empfiehlt sich eher der Sommerschnitt und man sollte etwas Mühe auf die Desinfektion der Schnittwerkzeuge verwenden. Im Sommer verringert sich die Gefahr von Infektionen und die Wunden heilen schneller, weil der Stoffwechsel der Pflanze aktiv ist.

Steinobst ist schwieriger zu bearbeiten. Kirschen haben oft einen sparrigen und ausladenden Kronenaufbau. So dass der Rückschnitt hier vor allem die Krone klein und die Früchte erreichbar halten soll.

Kernobst ist allgemein etwas unempfindlicher gegen Infektionen und die Wunden heilen besser. Hier ist der Winterschnitt überhaupt kein Problem.

Ich habe gehört man unterscheidet Wasserschosse und Lang- bzw. Kurztriebe?

An Obstbäumen können Lang- und Kurztriebe klar voneinander unterschieden werden.

Langtriebe sind neu gebildete Zweige, die im nächsten Jahr meistens nur Blätter bilden werden. Die Blattknospen sind kleiner und weiter voneinander entfernt. Solche Triebe werden in der Regel auf zwei bis drei Augen eingekürzt, um eine Bildung von blühwilligem Holz anzuregen. Was dann aber erst im Folgejahr geschieht. D.h. der Schnitt ist immer auf längere Zeitintervalle ausgerichtet. Wichtig ist, zu schauen, dass die letzte stehen bleibende Knospe vor der geplanten Schnittstelle in die Richtung zeigt, in die sich ich die Pflanze weiter entwickeln kann. Dadurch kann ich steuern wohin die Pflanze wachsen soll – z.B. weg vom Nachbarn, weg vom Haus, hin zum Licht usw. Das ist dann wieder die Sache mit der Vorstellung.

Langtriebe, die an ganz unmöglichen Stellen (direkt am Stamm/ins Pflanzeninnere hinein/über Kreuz etc.) wachsen, nennt man Wasserschosse. Wasserschosse schneidet man möglichst gänzlich ab.

Kurztriebe kann man identifizieren, indem man sich merkt oder ins Gedächtnis ruft wo die Blüten und die Früchte waren. Im Winter sitzen dort dickere Knospen an kurzen Zweigen ganz eng beieinander. Sie werden im kommenden Frühjahr zu Blüten. Deshalb sollte man vorsichtig mit Ihnen umgehen. Trotzdem kann es nötig werden auch Kurztriebe zu reduzieren. Denn bei älteren Bäumen kehrt sich das Verhältnis zwischen Lang- und Kurztrieben oft um. Sprich: beim Jungbaum bilden sich mehr Langtriebe – er will ja noch wachsen und beim Altbaum spielt das Geschlechtliche eine größere Rolle – er will sich vermehren und bildet Kurztriebe. Die Folge: es sind zuviele Früchte am älteren Baum. Dann müssen Kurztriebe weg.

Mein Obstbaum trägt in einem Jahr sehr viel und im nächsten wenig. Kann man das beeinflussen?

Diesen Fruchtrhythmus nennt man Alternanz. Damit wird im Obstbau, die natürliche Schwankung des Ertrags im Zweijahresrhythmus bezeichnet. Nach ertragsstarken Jahren folgen meist ertragsschwache usw. Hier kann man durch Reduktion oder Förderung der Kurztriebe gegensteuern. Also nach guten Erträgen nur wenige Kurztriebe wegnehmen und Langtriebe stehen lassen (evtl. die Langtriebe nach unten biegen und fixieren um die Blütenbildung für das übernächste Jahr zu induzieren).

Nach schlechen Erträgen mehr Kurztriebe wegnehmen und Langtriebe einkürzen (damit im übernächsten Jahr dort Blütenknospen gebildet werden).

Was mache ich, wenn der Obstbaum zu groß wird?

Das ist letztlich eine Frage der Veredelung. Für den normalen mitteleuropäischen Hausgarten sollte man schon beim Pflanzenkauf auf schwachwachsend veredelte Bäume zurück greifen, die als Busch, Spindel (Säule) oder Spalier angeboten werden.

Ein radikaler Rückschnitt bei einem stark wachsenden Baum ist immer ein extremer Eingriff, der Schaden anrichten kann. Deshalb finde ich es besser, sehr starke Schnittmaßnahmen über mehrere Jahre zu verteilen.

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Ein Arbeitszimmer für den Autor – Teil 15: „Die Nachtdienst-Regale“ /2012/02/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-15-die-nachtdienst-regale/ /2012/02/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-15-die-nachtdienst-regale/#comments Mon, 27 Feb 2012 07:07:47 +0000 /?p=3622 Lesen fortsetzen ]]> Als die Schönste Germanin sagte, wir bräuchten „bald“ Regale, meinte sie eigentlich „jetzt“ — so langsam müssen wir wieder Zugang zu Aktenordnern mit Rechnungen und so etwas bekommen. Also bauen wir jetzt zuerst die Regale an der rechten Wand des Zimmers, denn das geht schnell und dreckig.

Zuerst werden die linken und rechten Reihen gebaut. Die einzelnen Bretter waren zum Teil schon vorgestrichen

Allgemein zu den Regalen: Wir benutzen Fertig-Bretter aus dem Baumarkt, Leimholz-Fichte. Die sind billig, gerade geschnitten, billig, leicht zu verarbeiten, billig, und werden von dem örtlichen Baumarkt kostenlos zugeschnitten. Und erwähnte ich, dass sie billig sind? Für unsere Zwecke reicht die Dicke von 1,8 cm, denn wo es nötig ist, verstärken wir den Böden mit Latten 1,8 x 4 cm, die, genau, auch billig sind.

Testlauf mit fast fertiger rechten Seite. Ja, eins der Regele ist schief und muss neu eingesetzt werden

Für dieses Regal machen wir es uns unfassbar einfach: Als Basis nehmen wir ein 200 cm langes Leimholzbrett, auf das wir senkrecht vier 180 cm lange Kollegen stellen. Dazwischen kommen die eigentlichen Regale, 60 cm breit. Alle diese Bretter sind 20 cm tief. Oben drauf legen wir ein 200 x 30 cm Brett, um Aktenordner aufzunehmen. Das ganze steht auf Holzblöcken, damit es besser mit dem Staubsauger klappt, und ist so ausgemessen, dass die Ordner gerade so unter die Decke passen.

Dekorative Stützen für das obere "Ordner"-Brett

Gut, etwas komplizierter ist es schon. Das untere Querbrett ist wegen der Fußbodenleisten etwas von der Wand abgerückt. Wir müssen auf der linken Seite den Kabelkanal berücksichtigen und schneiden unten an allen vier senkrechten Löcher, falls wir mal Kabel legen müssen. Oben stützt auf der rechten Seite ein seltsamer Wandvorsprung (Rohr hinter Gipsplatte) später die Ordner, auf der linken Seite müssen wir mit einem kleinen Brett nachhelfen.

Prüfender Blick der Schönsten Germanin, während der Nachwuchs schon am nächsten Projekt arbeitet

Man sieht es auf den Fotos zum Glück nicht, aber das sind die schlechtesten Regale, die ich jemals gebaut habe. Dazu muss man wissen, dass sie während des Nachtdienstes entstanden sind, und dass Schlafmangel bei mir den IQ halbiert. Aber jetzt haben wir die ersten Regale und können damit anfangen, einige Bücher und Ordner wieder zurückzuschleppen. Das geht auch ohne Gehirn.

Bis zum nächsten Schritt — die Regale über dem Welteroberungstisch — schlafe ich richtig aus.

Fortsetzung hier

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Ein Arbeitszimmer für den Autor – Teil 13: Das letzte Tisch-Stück (und der Schlitz) /2012/01/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-13-das-letzte-tisch-stuck-und-der-schlitz/ /2012/01/ein-arbeitszimmer-fur-den-autor-teil-13-das-letzte-tisch-stuck-und-der-schlitz/#comments Fri, 20 Jan 2012 09:15:01 +0000 /?p=3356 Lesen fortsetzen ]]> Nach dem Welteroberungstisch und dem Sehr Großen Tisch ist unser letztes Stück Platte etwas langweilig: Der Utility Table (UT), unter dem die Kabel im Haus zusammenlaufen, der NAS abgestellt wird und überhaupt der ganze Kram hinkommt, den man braucht, aber nicht sehen will. In der Skizze hatte er den Buchstaben G bekommen:

Die letzte Tischplatte G in der Skizze

Tatsächlich ist der UT so langweilig, dass ich ganz vergessen habe, während des Bauens davon Fotos zu machen. Oops. Die Bilder stammen daher von dem nächsten Schritt, bei dem wir schon die Oberfläche mit meinem Freund Wolf dem Elektrohobel glatt gemacht haben.

Eingebaut und schon abgehobelt. Man bemerke die Späne.

Die Ecke ist eigentlich ideal für die Hardware, denn dort ist es zwar kühl — eine Außenwand und weit weg von der Heizung. Zudem –

Scot, warum ist da ein Loch in der Tischplatte?

– bitte?

In der Tischplatte des UT, also dem G-Tisch oder wie Du es auch immer nennst. Da ist ein Loch. Sieht fast aus wie ein Schlitz.

Schlitz? Äh. Nein, tut mir Leid, ich sehe da keinen Schlitz …

Doch. Ganz deutlich eigentlich, etwas auf der rechten Seite. Sieht aus, als wären die Ränder so gar schon angestrichen.

In einer Nahaufnahme mit Kabellöchern, und, äh, dem Schlitz.

Ach so, der Schlitz. Ja, das (Räusper), das ist eine komische Sache. Ursprünglich hatte ich vor, die Kabel für das Intranet von unten durch den Tisch zum Switch zu führen, der dann oben hinter Glas im Regel stehen würde, hinter Glas, aber gut belüftet, mit blinkenden Lichtern und so. Allerdings stellte sich heraus, dass die ganze Sache gewesen wäre und dass der UT ohnehin perfekt für den Drucker ist. Daher ist jetzt der Switch an der Unterseite der Tischplatte montiert.

Und Du hast einen Schlitz in der Tischplatte.

Nun ja –

Sieht so richtig spitze aus. Willst du ihn nicht stopfen?

Eigentlich nicht. Erstens sieht ihn niemand, weil der Drucker da drüber steht. Zweitens hilft er bei der Kühlung des Switches, und da das ein passiv gekühltes Gerät ohne Lüfter ist, kann es gar nicht genug Löcher geben. Außerdem habe ich die Idee mit den Kabeln nicht komplett aufgegeben.

Suuuper.

Wie auch immer — jetzt kommt der nächste Schritt: Die ganzen Tischplatten müssen abgehobelt, abgeschliffen, lasiert und dann mit Klarlack versiegelt werden.

Fortsetzung hier

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Der Garten im Winter oder Das Brot /2012/01/der-garten-im-winter-oder-das-brot/ /2012/01/der-garten-im-winter-oder-das-brot/#comments Wed, 18 Jan 2012 13:14:24 +0000 /?p=3347 Lesen fortsetzen ]]>
Bild: Chixoy via Wikipedia
Selbstverständlich gibt es auch im Winter im Garten jede Menge zu tun.
Zum Beispiel:
Bäume und Sträucher schneiden
Werkzeuge pflegen
Aufräumen
Lang aufgeschobene Reparaturen an Zäunen, Lauben, Gewächshäusern durchführen
Pläne für´s Frühjahr machen
Usw.

Man kann auch veredeln, mulchen, Samen ernten und archivieren, Nistkästen säubern oder Bewässerungsleitungen entleeren, solange der Boden nicht gefroren ist, gar kein Problem. Bei offenem Wetter ist der Winter eine brauchbare Jahreszeit um Gehölze zu translozieren. Denn es herrscht Vegetationsruhe und die grünen Zöglinge kriegen in ihrem Winterschlaf vermutlich kaum etwas mit.
Frost ist auch das entscheidende Kriterium, wenn es darum geht Unebenheiten in Pflaster und Rasen auszugleichen oder den Kompost umzuschichten. Bei Minustemperaturen macht sich das alles entsprechend schlecht. Dann bleibt nur Bäume und Sträucher schneiden, Werkzeuge pflegen, Aufräumen und lang aufgeschobene Reparaturen erledigen. Insgesamt gesehen ist Winter nicht die Jahreszeit, in der man sich als Gärtner gänzlich verwirklichen kann. Manche Kollegen behelfen sich indem sie Streu- und Räumdienste anbieten.

Ich bin ehrlich gesagt im Winter auch lieber drin und einfach mal etwas fauler als sonst. Anstatt mich jetzt und hier über die Metaphysik des Gehölzschnitts auszubreiten, würde ich lieber eine neue kulinarische Errungenschaft vorstellen: Das Brot! Bislang war Brotbacken für mich, vom Ergebnis her betrachtet, immer ein „aber es ist selbst gemacht“-Erlebnis. Was heißen soll, es sah einfach nicht so gut aus wie vom Bäcker und schmeckte auch eher mittel. Das Brot! ist anders.

Auf das Brot! bin ich durch den Blog www.esskultur.at aufmerksam geworden. Das Brot! ist eine Abwandlung des im angelsächsischen bekannten no-kneat-bread (also Brot ohne Kneten). Das Rezept zog mich gleich magisch an. Gerade weil in so vielen überkommenen Backanleitungen immer größtmöglicher Wert auf das Wie, Wieoft, Wielange und Wozu des Teigknetens philosophiert wird, war die Aussicht ein Brot ganz ohne Kneten backen zu können einfach unwiderstehlich.

Was soll ich sagen? Das Ergebnis war optisch, geschmacklich und überhaupt so überwältigend, dass ich jetzt mindestens eins pro Woche backen möchte und die Brote vom Bäcker dagegen irgendwie ziemlich alt aussehen und schmecken. Das Brot! hat so eine Kruste wie man sie aus den französischen Boulangerien kennt, die so fein knistert wie bei einer ofenfrischen französischen Baguette. Und es schmeckt nur wunderbar.

Wie geht´s?
Man braucht eine recht große Schüssel. Dort hinein kommen 850 g Mehl (es kann und sollte einfachstes Weizenmehl Typ 550 sein), ein halber Hefewürfel oder ein halbes Päckchen Trockenhefe, knapp 700 ml Wasser und 3 TL Salz. Alles schnell verrühren und erstmal über Nacht zugedeckt stehen lassen.
Der hohe Wasseranteil macht den Teig geschmeidig, sodass das Rühren wirklich leicht geht. Die lange Teigruhe ist ebenfalls ganz entspannend.

Nach 18 Stunden den Teig mit Mehl und Schaber aus der Schüssel lösen, auf bemehltes Backpapier bugsieren und abgedeckt weitere zwei Stunden gehen lassen. Zwischenzeitlich einen Bräter ohne Plastikgriffe oder andere hitzeempfindliche Teile aber mit Deckel im Backofen bei 250° vorheizen. Wenn die volle Hitze erreicht ist, Bräter raus, Teig in den Bräter, Deckel drauf und wieder ins Rohr. Nach einer halben Stunde Backzeit den Deckel abnehmen und je nach Zustand der Kruste geöffnet noch ca. weitere 15 Minuten zu Ende backen.

Das Geheimnis der Kruste ist das schnelle Backen bei großer Hitze im Topf, das durch den hohen Wassergehalt des Teigs wie Dampfbacken funktioniert. Durch die lange Gare entstehen große Blasen, wie man sie von französischen Backwaren kennt und das Brot! hat obgleich es aus Weizenmehl hergestellt ist eine ganz herzhafte Note von Sauerteig.

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