Bett – Wie sieht's denn hier aus? / Eigensinnig unperfekt zwischen Stadt und Land. Wed, 24 Apr 2013 12:56:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.1 Ein schäbiges Bett für die Schönste Germanin, Teil 2 /2013/04/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-2/ /2013/04/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-2/#comments Wed, 24 Apr 2013 12:49:02 +0000 /?p=5972 Lesen fortsetzen ]]> Im ersten Teil haben wie die drei Einzel-Module des Bettes im Stil des Shabby Chic vorgestellt. Danach wurden sie durch die Längstlatten verbunden:

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Beginn der Lattierung, Blick auf die Katakomben (bestimmt griechisch für „Kammern der Katze“) noch frei. Die Verkleidung am Kopfende ist bereits montiert.

Wichtig ist dabei, dass die Latten nicht mit der Verkleidung verschraubt werden (s. unten): Da Latten schon mal gerne kaputt gehen, müssen wir sie leicht ersetzen können. Den ersten Hüpf-und-Sprung-Test von Kind Nummer Zwei hat das Bett zwar überstanden, aber trotzdem haben wir gleich zwei Ersatzlatten gekauft. Wie im ersten Teil besprochen wird das Holz im Innenraum nur gestrichen, wenn sich die Katze beschwert.

Die Latten werden dabei nicht gleichmäßig eingezogen, sondern entsprechend der Belastung: In der Mitte der jeweiligen Betthälfte und am Rand, wo man aus- und einsteigt, sind sie enger. Damit soll eine möglichst gute Belüftung der Matratze von unten gewährleistet werden. Das Zimmer hat eine Fußbodenheizung.

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Fertige Lattierung, Verkleidung montiert, aber Schraubenköpfe noch nicht gestrichen. Man beachte die Lücken in der Verkleidung am Kopfende rechts und (schlechter zu erkennen) links.

Schließlich ist es Zeit für die Verkleidung, die aus vier Zwei-Meter-Brettern besteht, die außen herum montiert werden. Die Höhe ist etwas tricky: Zu niedrig, und die Matratzen rutschen über die Oberkante weg, zu hoch, und man haut beim Einstieg gegen die Kante. Nach einigen Tests haben wir uns für eine Kantenhöhe von acht Zentimeter entschieden, gemessen zu den Querbalken (nicht den Latten). Die Verkleidung wird dann an die Balken wie auch die Quaderfüße geschraubt.

(Mensch, wird sich jetzt der eine oder andere Leser denken, das sind ja viele Schrauben. Im Rahmen des Schäbigtums habe ich beschlossen, sie versuchsweise als Design-Element einzusetzen, in Anlehnung an die Nieten bei Flugzeugen. Der Erfolg ist eher begrenzt, empfehlen kann ich das nicht.)

Wer mitgedacht hat, wird jetzt stutzen. Die Matratzen sind zwei Meter lang und einen Meter breit. Damit ist die Liegefläche zwei mal zwei Meter. Entsprechend sind die Querbalken und die eigentlichen Latten auch zwei Meter lang. Und dann werden außen als Verkleidung zwei Meter lange Bretter verschraubt? Bleibt da nicht irgendwo eine Lücke?

Ja. Wenn man genau auf das zweite Bild schaut, sieht man besonders in der Ecke am rechten Kopfende eine Spalte. Das ist allerdings ein feature und kein bug: Eine noch nicht ausgestandene Diskussion im Hause Stevenson ist der Einsatz von Wärmeunterbetten, die zu deutlichen Energieersparnissen im Winter führen können. Die Lücken würden es erlauben, Kabel aus dem Bettkasten zur Seite herauszuführen, ohne dass sie über die Kanten laufen müssen. Falls wir uns mal einigen können.

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Fertiges Bett mit weißen Kopfkissenbezügen; Schraubenköpfe jetzt weiß gestrichen. Das Kopfende liegt unter der Dachschräge, was zusammen mit der dunklen Farbe sogar noch gemütlicher wirkt als erwartet. Normalerweise ist das Bett natürlich mit Quilts der Ehrenwerten Mutter bedeckt.

Wie sieht das Fazit aus? Vom Aussehen ist es vielleicht eher primitiv als schäbig. Etwas Verzierung hätte dem ganzen Objekt doch gut getan. Es gibt einen Grund, warum so viele Betten Pfosten an den Ecken haben. Dafür ist es in unserem Schlafzimmer allerdings schlicht zu eng. Das Bett ist insgesamt 70 cm hoch, was sich nicht nach viel anhört, bis man davor steht. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber man wird nicht jünger. Wegen der Latten liegt man wie erhofft sehr fest.

Was uns zum Wichtigsten führt: Wir schlafen sehr, sehr gut darin. Selbst mit zwei Kindern und einer Katze. Was will man mehr.

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Ein schäbiges Bett für die schönste Germanin, Teil 1 /2013/03/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-1/ /2013/03/ein-schabiges-bett-fur-die-schonste-germanin-teil-1/#comments Fri, 22 Mar 2013 14:59:36 +0000 /?p=5850 Lesen fortsetzen ]]> Nach mehr als zehn Jahren wird es irgendwie doch langsam Zeit, eine neue Matratze zu kaufen. Und wenn man dabei ist, kann man auch gleich größere Matratzen holen, denn eine Breite, die als frisch verliebte Studenten noch ausreichte, ist inzwischen mit zwei Kindern und einer schwer wärmebedürftigen Katze schon mal etwas eng. Das wiederum erfordert ein neues Bettgestell. Nun würden normale Leute einfach rausgehen und sich eins kaufen. Aber wir haben festgestellt, dass uns die meisten Gestelle zu weich sind oder doof aussehen oder zu teuer sind (oder gleich alles drei). Daher haben wir uns entschieden, selbst eins zu bauen. Natürlich.

Die Schönste Germanin hatte sofort eine Idee, wie das Bett aussehen sollte: Auf dicken „Quadern“ an den Ecken sollte es stehen statt auf dünnen Beinen. Und vom Anstrich her schäbig.

Schäbig? Bitte?

Es stellt sich heraus, dass sie Shabby Chic meinte, eine Stilrichtung aus Großbritannien, bei der Möbel alt und gebraucht aussehen sollen. Offenbar ist das jetzt groß in Mode. Warum hat man mir das nicht vorher gesagt? Bislang habe ich immer versucht, meine Projekte nicht schäbig aussehen zu lassen.

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Der ursprüngliche Bauplan des Schäbigen Bettes. Die Höhe ist noch auf 50 cm veranschlagt und auch einige andere Maße sind später geändert worden. Die Flecken kommen daher, dass der Zettel zwischendurch in den Hausmüll landete, warum auch immer. Leider habe ich das erst gemerkt, nachdem ich das Altpapier durchsucht hatte.

In diesem Fall beschränkt sich die Stilrichtung darauf, dass wir das sichtbare Holz zuerst mit Acryl-Vorstrichfarbe und dann mit einer — und nur einer — Schicht von Acryl-Weißlack seidenmatt anstreichen. Der Hinweis auf das „sichtbare“ Holz ist wichtig, denn die eigentlichen Latten bleiben unbehandelt: Sieht eh nur die Katze und Farbe ist teuer.

Zu den Maßen: Die Matratzen sind je zwei mal ein Meter von der Fläche und etwa 25 cm hoch. Die Latten werden 40 cm über den Boden liegen, denn wir nutzen für die Quadern unsere beliebten Leimholz-Fichte-Bretter, die kostenlos im Baumarkt aus 80 x 40 cm Platten zu 50 x 40 cm zugeschnitten werden. Fünf Bretter 200 x 20 x 2,8 cm liegen quer und stehen an strategischen Stellen auf 8 x 8 x 40 cm dicken Pfosten, die man aber erstmal nicht sieht. Quer über die fünf dicken Bretter kommen die eigentlichen Latten, 200 x 8 x 1,8 cm. Schließlich werden die Matratzen von 200 x 20 x 1,7 cm Brettern umfasst, damit sie nicht herunterrutschen und alles ordentlicher aussieht.

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Alpha-Test der einzelnen Module. Das mittlere wird nur über die Latten mit dem Kopf- und Fußstücken verbunden sein.

Klingt alles einfach, schon allein weil wir nichts mehr zuschneiden müssen. Das erste Problem war ohnehin ein anderes: Das Schlafzimmer liegt im ersten Stock, der Werkraum im Keller. Daher muss das Bett in kleineren Modulen gebaut und gestrichen werden, bevor es hoch getragen wird. Ich werde zu alt für sowas.

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Das größte Einzelmodul, das Kopfteil. Hier sieht man, was mit den „Quaderfüßen“ gemeint ist. Im Hintergrund die Quader für das Fußende. Ist das schäbig genug?

Einige Leser mögen gestutzt haben, als sie von 40 cm hohen Seiten gelesen haben. Kommt man nicht auf eine ziemliche Höhe, wenn man noch etwa 25 cm Matratzenhöhe dazu addiert? Beileibe ja. Aber das sehen wir im nächsten Eintrag.

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