koreanisch – Wie sieht's denn hier aus? / Eigensinnig unperfekt zwischen Stadt und Land. Thu, 28 Feb 2013 18:09:33 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.1 Heimweh nach Korea: Kimbap /2013/02/heimweh-nach-korea-kimbap/ /2013/02/heimweh-nach-korea-kimbap/#respond Wed, 27 Feb 2013 21:30:29 +0000 /?p=5654 Lesen fortsetzen ]]>

„Kimbap!“ sagte das Kind auf meine Frage nach einem Essenswunsch für’s Wochenende. Dem Wunsch kamen wir gerne nach. Koreanisches Kimbap sieht von außen aus wie japanisches Maki-Sushi, ist auch innen sehr ähnlich, mit einem entscheidenden Unterschied: Kimbap enthält nie rohen Fisch. Zwar gibt es die Rollen auch mit Thunfisch, der kommt dann aber aus der Dose. Meist wird Kimbap jedoch mit Gemüse- und Omelettestreifen gefüllt, gerne auch begleitet von gekochtem Schinken und Käse. In Seoul gibt die Rollen buchstäblich an jeder Ecke ab 1.000 Won. Sie sind das, was koreanische Kinder statt Butterbrot in der Schule dabei haben oder auf Ausflüge mitnehmen. Und als schnelles Mittagessen haben sie mich auch oft genug über den Tag gerettet.

Selbst gemacht schmecken sie aber noch besser. Und dank der familieninternen Arbeitsteilung hält sich der Aufwand in Grenzen: Reis kochen und die Füllung vorbereiten ist mein Job, Reis würzen und die Rollen rollen ist der Vater-Tochter-Job.

Dafür wurdeb vier Tassen Sushireis gekocht und danach mit Salz sowie je einem Esslöffel Sesamöl und gerösteten Sesamkörnern gewürzt.

Für die Füllung eine Möhre in feine Streifen schnitzen und in wenig Öl anbraten. Die Streifen aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp ein wenig vom Öl entlasten. In die Pfanne kommen derweil zwei verquirlte Eier, im Idealfall mit Salz und etwas Mirin gewürzt, aber nur Salz reicht auch. Stocken lassen und versuchen, den Moment zu erwischen, kurz bevor die Oberfläche fest wird. Das ist der Zeitpunkt zum Aufrollen.

Außerdem Käsescheiben (Scheibletten, ja im Ernst!), Kochschinken und Salatgurke in Streifen schneiden, und ganz wichtig, den eingelegten gelben Rettich aus dem Asialaden.  Dann geht es ans Rollen.

Dazu jeweils jeweils ein Noriblatt auf due Sushi-Matte legen und einen knappen Zentimeter hoch mit Reis bedecken. Dabei an einer Längsseite einen etwa 3 cm breiten Streifen frei lassen. In die Mitte vom Reis kommt die Füllung in der jeweiligen Lieblingskombination, dann mit Hilfe der Matte aufrollen, alles also wie beim Sushi.

Im Ernstfall gehören ins koreanische Kimbap immer eingelegte Klettenwurzeln und oft auch Perillablätter, aber beides war gerade nicht zur Hand. Mrs. Moon hat uns damals erklärt, dass die Füllung im Idealfall so kombiniert wird, dass alle vier Elemente symbolisiert werden, aber wie das genau ging, habe ich vergessen.

Es war so lecker, wir waren so satt. Ich sollte das Kind öfter nach seinen Wünschen fragen.

 

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Jajangmyeon gegen Fern-(Heim-)weh /2013/02/jajangmyeon-gegen-fern-heim-weh/ /2013/02/jajangmyeon-gegen-fern-heim-weh/#comments Fri, 08 Feb 2013 21:33:56 +0000 /?p=5545 Lesen fortsetzen ]]> jajamgmyeonNudeln mit schwarzer Bohnenpaste sind für koreanische Kinder das Äquivalent zu unseren Spaghetti mit Tomatensoße, hat man uns erklärt: das, was sie am liebsten fünfmal in der Woche essen würden. Nach einem ersten Test konnten wir das nachvollziehen. Das Gerichts sieht zwar, besonders im durchgemischten Zustand ein bisschen gewöhnungsbedürftig aus, liegt aber im Geschmack sehr delikat zwischen süß und herzhaft. Leider habe ich lange Zeit die essentielle Zutat, nämlich die schwarze Bohnenpaste, auch in den gewöhnlich gutsortierten Berliner Asialäden nicht gefunden, aber der frisch in die S-Bahn-Bögen neben dem Alexa umgezogene Asia Markt Lee (früher Dirksenstraße) hat sie im Sortiment. Vermutlich hatte er das auch schon früher, nur bin ich im alten, eng bestückten Laden wohl an der kompakten kleinen Schachtel vorbei gelaufen.bohnenpaste

Was man dafür braucht:

  • 250 g Schweinebauch, in Würfel geschnitten
  • ca. 150 koreanischen eingelegten Rettich, auch gewürfelt
  • 1 mittlere Zucchini, gewürfelt
  • 3 bis 4 Kartoffeln, geschält, gewürfelt
  • 2 bis 3 Zwiebeln, geschält und in Stücke geschnitten
  •  3 Esslöffel Pflanzenöl
  • ca. 150 ml der besagten schwarzen Bohnenpaste
  • 2 Esslöffel Speisestärke, mit gut 100 ml Wasser und einem Esslöffel Zucker angerührt

Zunächst den Schweinebauch mit etwas Öl in einer großen Pfanne oder einem Wok anbraten, eventuelle danach etwas Fett abgießen. Dann den Rettich mit anbraten. Das restliche Gemüse hinzufügen, und braten, bis die Kartoffeln etwas glasig sind. In der Mitte der Pfanne Platz freiräumen, etwas Öl hineingeben und die Bohnenpaste darin anbraten, etwa eine Minute, dann alles mischen. Dabei immer schön weiter rühren. Einen halben Liter Wasser zufügen und mit Deckel etwa 10 Minuten kochen lassen. Wenn danach Kartoffel und Rettich gar sind (probieren!), die angerührte Stärke nach und nach hinzugeben, bis alles schön angedickt ist. Zum Schluss etwas Sesamöl hinzufügen und über Nudeln oder Reis servieren.

Im Original gibt es spezielle Nudeln dazu, wir nehmen Spaghetti. Mein Kind liebt es. Aber sie ist vielleicht kein Maßstab, denn wenn „koreanisch“ draufsteht, würde sie sogar Fisch essen.

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