Nähen – Wie sieht's denn hier aus? / Eigensinnig unperfekt zwischen Stadt und Land. Thu, 07 Nov 2013 08:35:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.1 Wenn man sich (fast) zuviel vornimmt: die Waldorfpuppe /2013/11/wenn-man-sich-fast-zuviel-vornimmt-die-waldorfpuppe/ /2013/11/wenn-man-sich-fast-zuviel-vornimmt-die-waldorfpuppe/#comments Wed, 06 Nov 2013 17:23:16 +0000 /?p=6542 Lesen fortsetzen ]]> PuppeLetztens, als ganz Berlin den Herbst feierte und auf dem Tempelhofer Flugfeld Drachen steigen ließ, saß ich in einer kleinen Textilwerkstatt der VHS Steglitz und löste ein zehn Jahre altes Versprechen ein. So lange hatte ich nämlich schon vor, für meine Tochter eine Puppe zu nähen, genauer gesagt, ein Waldorfpuppe. So eine mit wenig Gesicht und nach Möglichkeit mit Wolle gestopft. Ein Anleitungsbuch steht schon genauso lange in meinem Bücherregal (unter „Weiß“). Gut, dass ich mir das Versprechen nur selber gegeben habe, mein Kind hätte bestimmt nicht so lange geduldig darauf gewartet. Jetzt ist das Kind zwar schon zehn Jahre alt, aber es gibt da ja noch meine kleine Nichte, und da dachte ich, das wäre für sie doch ein schönes Weihnachtsgeschenk. Aber für die Kleine eine Puppe nähen und meine Tochter hat immer noch keine? Kommt nicht in Frage, also als erstes eine große Puppe für die Große. Sagte ich mir und blätterte zum xten Mal das Buch durch. Und traute mich immer noch nicht. Und meldete mich letztlich bei der VHS zum einem Wochenendkurs an, in der Hoffnung dann wenigstens schon mal eine Puppe zu haben und danach für eine eventuelle zweite zu wissen, wie es geht.

Und so fand ich mich mit acht weiteren Frauen eben in der Textilwerkstatt wieder und stellte fest, dass zwar die Kursbeschreibung eigentlich „Waldorfpuppen“ lautete, aber alle anderen etwas anderes machten. Kleine Blumenwichtel, Krippenfiguren oder flauschige Kuschelpuppen („Häwelmänner“), die mit der Waldorfpuppe im wesentlichen nur die Gestaltung des Kopfes gemein haben. Und es gab noch eine weiteren Unterschied zwischen den anderen Damen und mir: Die wussten alle, was sie taten. Alle hatten schon mindestens ein Werk dieser Art fertig gestellt, einige sogar Dutzende. Nur ich hatte bis jetzt nur Socken gestrickt. Und dann wollte ich als komplettes Greenhorn auch noch eine große Puppe machen.

Um es kurz zu machen: Ich bin mit einer Puppe aus dem Kurs gegangen. Mein Kind liebt sie. Auch wenn sie noch keine Haare hat. Darüber hinaus habe ich unendlich viel gelernt in drei Tagen. Zum Beispiel, dass Steglitz-Lichterfelde zu weit weg ist, um die Fahrt regelmäßig zu machen. Dass die Ringbahn immer voll ist, auch am Wochenende. Dass Nähmaschinen nicht beißen, auch wenn sie so aussehen. Die wichtigste Erkenntnis ist aber vielleicht, dass ich noch eine Weile (und mehrere kleine Projekte und viel Hilfe) brauchen werde, bis ich mich noch mal an eine richtige Puppe wage. Aber meine Nichte ist ja erst ein Jahr alt. Bis die zehn ist, kriege ich das sicher hin.

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Tasche – Einzelstück – Meins! /2013/02/tasche-einzelstuck-meins/ /2013/02/tasche-einzelstuck-meins/#respond Mon, 11 Feb 2013 08:03:10 +0000 /?p=5503 Lesen fortsetzen ]]> Ich bin ja nicht wirklich der Taschenfreak. Ich kaufe mir eine, die mir gefällt, dann wird das Ding geschlört bis sie auseinander fällt, es wird eine neue gekauft und das Spielchen fängt von vorne an. Da meine Gardrobe sowieso fast nur aus den verschiedenen Schwarztönen oder einem fröhlichen Grau besteht, brauche ich keine Zweit-Tasche und die eine, die ich besitze hätte ich bitte gerne in einem kompatiblen Mittel-Schwarz. Punkt. Mein Geld gebe ich da lieber für andere, weit nützlichere Dinge aus. Schuhe zum Beispiel. Aber ich schweife ab.

Nun war es also wieder soweit: Meine treue Weggefährtin gab langsam den Geist auf und machte ich mich auf die Suche nach einer neuen. Ich weiß nicht mehr, warum aber irgendwie kam ich auf die Seiten einiger befreundeter Nähtanten. Und da fand ich sie – meine perfekte Tasche. Ausser der Tatsache, dass das Innenfutter kariert war, was ja nicht wirklich meins ist, stand dort mein Name drüber.

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Da man gute Verbindungen zur Näherin hat, fragte ich also Melly, ob ich die Tasche vielleicht mit einem fröhlichen, sehr dunklen lila Innenfutter bekommen könnte – nein, danke, ohne lila Reißverschluß. Und siehe da – des Kunden Wunsch ist ihr Befehl.

Eine Woche später, war es da, mein allerstes Taschenunikat. Meins. Das hat niemand in der Kombination sonst. Und jetzt habe ich Angst. Ich habe Angst, dass ich a) auf meine alten Tage noch zum Taschenfreak mutiere und b) ab jetzt nur noch Einzelstücke haben will. Vielleicht war das Ganze doch keine so gute Idee.

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Übrigens hat Kind Nummer Eins schon angefragt, wann sie sich die Tasche ausleihen darf. Ich sehe viel Arbeit auf Melly&Stitch zu kommen.

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